Zeit ist (nicht) die Lösung


Zeit heilt alle Wunden – ein so oft benutztes Sprichwort. Wir sagen dies zu Menschen, die jemanden/etwas verloren haben. Freunde, Partner, Tiere, Jobs oder gar wenn jemand verstorben ist. Zeit heilt alle Wunden, auch Verletzungen – körperlicher und seelischer Natur. Sie lässt vergessen, tilgt Trauer und Schmerz. Paradox daran ist, dass Zeit genau das ist, wovon wir am wenigsten haben. Tick Tack.

Zeit ist kostbar und rinnt stetig vor sich hin, ohne sich auch nur ansatzweise um uns zu scheren. Dabei entscheiden wir selbst, wie und womit wir uns mit ihr beschäftigen. Oft falsch. So verlieren wir manchmal die wichtigen Dinge aus den Augen. Weil wir „gerade absolut keine Zeit“ haben.
Wir haben keine Zeit, unsere Freunde zu sehen, weil wir endlich zu Hause sind und nur noch auf das Sofa wollen, Glotze an.
Wir haben keine Zeit, wenn die Familie anruft und nach einigen Wochen fragt, wie es einem geht. Das Telefonat wird kurz gehalten, denn – natürlich – kommt der Anruf gerade unpassend. Immer.
Wir haben keine Zeit, Kinder heran wachsen zu sehen, weil wir unsere Jobs behalten wollen und eben 50 Stunden die Woche arbeiten müssen. Und gerne auch am Wochenende.
Wir haben keine Zeit zu zuhören, wenn Familie, Freunde oder Bekannte mit dir reden wollen. Dabei hat man dir damals immer zugehört.
Wir haben ebenfalls keine Zeit die Großeltern zu besuchen, die uns als Kind die Welt haben so viel bunter aussehen lassen. Ein Besuch alle sechs Monate muss reichen. Und dabei steht ihnen die Freude ins Gesicht geschrieben, wenn wir vorbei kommen – endlich. Sie haben noch weniger Zeit – und das wissen Sie!
Wir haben keine Zeit, weil wir Facebook, Twitter, Instagram, WhatsApp, Xing, StayFriends, Tinder, Pinterest, Path etc. überwachen müssen – es könnte was passieren, was wir unbedingt wissen müssen. Und tatsächlich, Ehebruch bei den Lombardis! Wir sind up2date!
Wir haben keine Zeit, uns um unsere Partner zu kümmern. Wir wollen keine Zeit damit verschwenden und über die Arbeit reden, über Probleme die Freunde haben , oder Wochendausflüge zu planen.
Wir haben keine Zeit, unsere Liebe in einer Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Bis der Tag kommt, wo wir dafür Zeit „hätten“ – jedoch bist du dann allein. Tick Tack.

Wir verschwenden unsere Zeit beinahe täglich mit Kram, den wir als wichtig erachten. Weil wir alle es tun. Weil die Gesellschaft es tut. Wir warten zu lange auf richtige Jobs, wir warten zu lange auf Entscheidung mit oder für uns selbst, wir warten zu lange auf den richtigen Moment.

Wir haben aber keine Zeit! Sie lässt sich nicht betrügen, nicht aufschieben, nicht zurück drehen, nicht austricksen. „Ich habe keine Zeit“. Wie oft sagt dies jeder? Würden wir jedes mal, wenn wir diesen Satz aussprechen oder auch nur denken, einen kleinen Elektroschlag bekommen, würden wir alle permanent zappelnd durch die Gegend laufen. Einfach mal einen Tag lang genau das Gegenteil tun, wenn wir angeblich keine Zeit haben. Es könnte so viel ändern. Es könnte uns oder gar anderen helfen. Es könnte bewegen.

Wenn ihr das nächste Mal zur Uhr schaut – nehmt euch die Zeit, für die wichtigen Dinge.

Tick Tack.

André

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2016


Also wenn man dem Gesetz der Serie trauen darf – oder auch „Murphy’s Law“ – sollte 2016 ja wieder ein gutes Jahr werden, also für mich. Denn rückblickend habe ich immer alle vier Jahre ein Hoch, bzw. ein Jahr, was immer etwas heraus sticht, oder wo etwas besonderes passierte. So auch Geschehen 2012, 2008, 2004 und 2000. An weiter zurück erinnere ich mich dann einfach nicht mehr so gut. 1992 wechselte ich auf das Gymnasium. Irre.

1996 war bestimmt auch ganz nett. Ja muss, mir fällt gerade ein, da war ich das erste Mal in England! (Ach ja und – meine erste Freundin, der erste „richtige“ Kuss, das ers.. egal!) 😀
2000 lernte ich sehr sehr viele neue Leute und Freunde kennen, die auch heute – 16 Jahre später – immer noch in meinem Leben sind.
2004 wurde Werder Bremen endlich Meister – und das habe ich echt gefeiert. Außerdem kaufte ich da meinen Seat Toledo, welcher mich sieben Jahre begleiten sollte. Gut, diesem Kauf ging ein Unfall meinerseits mit den Vorgänger-Toledo voraus, das war dann vielleicht nicht so toll… 🙂
2008 ging es im Berufsleben wieder bergauf und ich traf jemanden, der an meiner Seite blieb (aber nur bis 2011)
2012 besuchte ich dann zum ersten Mal einen anderen Kontinent und macht in Afrika meinen Tauchschein. Und ich traf einen ganz wichtigen Menschen, der an meiner Seite blieb (leider auch nur bis 2015)
Das sind nur einige wenige Punkte, es gab schon noch mehr Lichtblicke. Naja und so ganz doof waren die Jahre dazwischen für mich nun auch nicht. Dieses Jahr zum Beispiel habe ich den Job gewechselt und fühle mich sauwohl in der neuen Firma. Wieder tolle Kollegen und der Job macht richtig viel Spaß und ist ebenso erfolgreich!
2016 – ?

Viel Gutes wurde getan, viele Fehler wurden gemacht. Aus einigen lernt man schneller, aus anderen halt langsamer. Und so wird es auch dieses Jahr wieder sein. Menschen kommen und gehen – und die wichtigen bleiben, egal auf welche Weise. Diverse Events und Ereignisse halten Einzug, aus denen man immer etwas mitnimmt.

Dann schauen wir mal!
A.

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Der Handball fliegt


20 Jahre lang bin ich nun Fan vom Fußballverein Werder Bremen und derzeit ist es sicher nicht leicht, sich Wochenende für Wochenende auf die Spiele zu freuen. Ein Kampf gegen den Abstieg ist sicher nicht das, was man unter der „Thomas Schaaf Ära“ gewohnt war, spielte man dort noch sieben Jahre in Folge in der höchsten europäischen Spielklasse, der Champions-League. Seit dem Rauswurf des Trainers Robin Dutt und dem Reboot durch das Trainergespann der Ex-Werder-Spieler Viktor Skipnik und Thorsten Frings, war man zuletzt wieder auf einem aufsteigenden Ast. Ich hoffe, das setzt sich nach der Winterpause fort. Aber – da ist ja noch der Handball.

Seit 2012, verbunden durch meine Freundin natürlich – Spielerin der 1. Damen des Amateurvereins HSG Kalkberg 06 (Bad Segeberg) – brennt da noch ein weiteres Feuer in mir. Spielt dein Partner so einen Sport, so kannst du dich gar nicht wehren, dich nicht dafür zu interessieren, sind die Wochenenden doch geprägt von Heim- und Auswärtsspielen. In den letzten etwas mehr als zwei Jahren gab es nicht viele Spiele, bei denen ich nicht mitfiebernd, schimpfend oder jubelnd auf der Tribüne saß. Ich habe einen Abstieg in die Landesliga sowie einen sensationellen Aufstieg in die Schleswig-Holstein Liga (20:4 Punkte) erlebt. Und dieses Jahr wird die Abstiegszone kein Thema sein, gefestigt im Mittelfeld spielt die HSG eine gute Saison. Als Vorstandsmitglied durch das Amt des Schrift- und Pressewartes sowie als Mitglied und Beisitzer im Förderverein binde ich mich ebenfalls dort ein.

Klar bin ich stolz auf meine Sportlerfreundin, liegen meine eigene sportlichen Aktivitäten doch schon Jahre zurück. So verbringe ich stets einen Tag am Wochenende in irgendeiner Sporthalle in Schleswig-Holstein. Oder in Meck-Pomm! Denn auch mein Heimatverein TSG Wismar, wo einst auch meine Cousine spielte, sorgt zur Zeit in der 3. Liga Nord für Aufsehen. Nach dem Abstieg aus Liga 2 im Jahre 2012 übernahm das Trainergespann Maryna Bratenkowa und Ronald Frank die Zügel und leisten hervorragende Arbeit. So erreichte man 2013 Platz 3, 2014 Platz 5 und dieses Jahr? Nun, ungeschlagen aus 14/26 Spielen steht man auf Platz 1 der Tabelle. So oft es geht sind wir in Wismar oder bei Auswärtsfahrten in S-H. Bei im Schnitt mehr als 700 Zuschauern ist es immer ein Erlebnis in der Sport- und Mehrzweckhalle Wismar, in der ich selbst vor langer Zeit auch das ein oder andere Hallenfußball-Turnier spielte.

Aktuell sorgt zudem die Männer-Nationalmannschaft bei der WM 2015 in Qatar für Aufsehen. In der „Todesgruppe“ schlug man Russland, Polen, Argentinien und gegen Dänemark erspielte man ein mehr als verdientes Remis. So werden sie wohl als Gruppensieger in die Hauptrunde einziehen. Schauen wir mal, was da noch geht!

Tja, und sonst? Mein Bro‘ und Wingman Paul im fernen Rostock steht kurz davor, Vater zu werden. Im Grunde genommen warte ich bereits täglich darauf, dass ich Patenonkel werde, denn diese Ehre wird mir zuteil. Mal schauen, wann der kleine Rabauke (ja, ein Junge!) sich entschließt, die wilde Fahrt nach draußen anzutreten. Termin ist ja eigentlich Mitte Februar.

Doch von diesen Dingen und anderen will ich euch beim nächsten Mal erzählen. Als denn!

Doc

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Die Sprengfalle


Nein, es geht nicht um Krieg, nicht um Terrorismus oder Attentate und auch nicht um Anschläge, bei dem man um sein Leben fürchten muss. Es geht um etwas viel Schlimmeres: Deutschlands Autofahrer. Also um einen Teil davon.

Im Grunde genommen beschäftigen wir uns heute mit einer kurzen Asphaltstrecke – dem Beschleunigungsstreifen. Jeder kennt ihn, jeder mit Führerschein (oder auch ohne) hat ihn schon mal befahren, oder zumindest gesehen und weiss, was gemeint ist. Das Problem ist die Bedeutung dieser so genannten Einfädelungsspur, denn diese ist, wie ich und sicher auch ihr schon beobachten durftet, nicht jedem bewusst. Was man daran nicht begreifen oder verstehen will, was alles passieren oder schief gehen kann und wie sich gefährliches Fehlverhalten darstellt, möchte ich mal näher beleuchten.

Ein Beschleunigungsstreifen ist eine tolle Erfindung, nicht wahr? In der Regel ist dieser in Deutschland bei Schnellstraßen und Bundesautobahnen ca. 250 Meter lang. Diese effiziente Zusatzspur soll allen dabei helfen, uns mit angepasster Geschwindigkeit in den fließenden Verkehr einzuordnen. Warum? Damit wir nicht zu einem plötzlichen Hindernis und Gefahrenpunkt werden, besonders auf Autobahnen. Klingt logisch. Innerorts ist diese „Auffahrt“ in der Regel deutlich kürzer, da wir uns vorzugsweise nicht im dreistelligen km/h Bereich in der Stadt fortbewegen.

Doch für einige kraftfahrzeugsteuernde Mitbürger ist dieser viertel Kilometer völlig uninteressant, dem keine Beachtung geschenkt wird und dem der Nutzen gänzlich unklar ist. Nachdem man nun also die Auffahrt herunter kommt, an dem sich die berühmten 250 Meter anschließen, können wir verschiedenes beobachten:

Meine Lieblingsautofahrer sind die Spontanen, welche direkt nach 30-50 Metern auf die rechte Fahrbahn rüberziehen, ohne auch nur Ansatzweise einmal das Gaspedal in seiner Funktion „strapaziert“ zu haben. Wenn man sich auf der Autobahn befindet und nicht nach links ausweichen kann um Platz zum einfädeln zu geben, kommt natürlich Freude auf, wenn man nicht nur vom Gas gehen muss, sondern direkt stark in die Bremse treten darf, weil wahnwitzige Menschen denken, sich mit 60km/h auf eine Schnellstrasse einordnen zu müssen. Freude kommt dann auch bei mir auf, wenn ich hinter dem einschlafenden Fahrzeug fahre und ebenfalls gezwungen bin, zum Hindernis zu werden.

Neben den spontanen Fahrern gibt es noch die Ausdauernden. Diese zeichnen sich dadurch aus, den Streifen über die volle Distanz zu nutzen und wechseln erst zum Ende auf die Fahrbahn. Die Tatsache ist löblich, jedoch vermisst man auch hier die Geschwindigkeit zu erhöhen. So dackeln wir dahinter brav mit knapp 70 km/h hinterher und freuen uns auf ein riskantes einfädeln. Diese Methode ist sehr gängig und weit verbreitet.

Kommen wir zu Klassiker, dem Zögerlichen. Dieser Mitstreiter im Strassenverkehr hat eine gepflegte Phobie vor einem LKW. Groß, laut und donnernd nähert sich dieses Ungetüm auf der rechten Fahrbahn, während er sich auf den 250 Metern des Friedens befindet. Natürlich bekommt der Fahrer Angst und zögert, auf das Gaspedal zu treten. Mit gemütlicher Geschwindigkeit nähern wir uns dem markierten Ende des Beschleunigungsstreifen. Wie bei den beiden Vorgängern ist jedoch von einer Beschleunigung keine Spur. In diesem Moment geht der Person nur folgendes durch den Kopf: „Das schaffe ich nicht, das kann ich nie und nimmer schaffen, der LKW ist zu schnell, es rast förmlich!“ Und nun tut er das, was man nicht für möglich hält: Er bremst. Er bremst auf einer Spur, die zum beschleunigen gedacht ist. Unsereins kommt mit 80 Sachen die Auffahrt runter und findet ein Fahrzeug vor sich, welches mit 60, 50, 40 fast zum Stehen kommt, um den LKW (oder andere Fahrzeuge) passieren zu lassen. Dann wird – ist doch logisch – mit Tempo 40 die Autobahn befahren.

Warum tut er das? Diese Frage habe ich versucht zu ergründen. Am Ende dieser Behelfsspur steht etwa keine Mauer, in die wir reinkrachen könnten, sollte die Länge nicht ausreichen. Nein. Lediglich eine durchgezogene Fahrbahnmarkierung weist uns darauf hin, hier soll nun Ende sein, füge dich spätestens hier in den Verkehr ein. Im Regelfall sollten wir diese Markierung nicht überfahren, sie verliere sonst ihren Sinn. Scheint es aber dennoch nicht dramatisch, schliesst sich doch zumeist ein Standstreifen nahtlos dahinter an. (Außer ihr wohnt wie ich im Kreis Bad Segeberg und habt die A21 vor der Haustür, da existiert mal kein Standstreifen, also Vorsicht vor den oben genannten Tätern.)

So würde ich es nicht als dramatisch ansehen, einige Meter der äußeren Fahrbahn mit zu nutzen, sollte der Weg mal nicht reichen. Scheinbar gelte ich – mit Ausnahme noch einiger anderen – als Gesetzloser, denn Bremsen scheint die logische Alternative. Vermutlich wissen die Zögerlichen mehr als ich und so liegt der Schluss nahe: Überfahrt niemals das markierte Ende eines 250 m langen Beschleunigungsstreifens, denn am Ende wartet eine Sprengfalle!

Gute Fahrt.

am

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Der Egoismus-Dschungel


„Manchmal muss man auch mal Arsch sein“ oder „Man sollte auch mal an sich denken“ sind zwei Sätze bzw. Standpunkte, die so sicher nicht gänzlich falsch sind, jedoch vom Großteil der Bevölkerung einfach standardtisiert werden. Ein Fakt, der mich persönlich einfach nervt.

Egoismus und Arroganz werden heute in der Gesellschaft ausgelebt wie die ehemaligen DDR Bürger das Nacktsein. Völlig egal wo oder in welchen Bereichen man sich auch Beispiele ziehen möchte, sofern man seine eigenen vier Wände verlässt, ist man dem Wahn ausgesetzt. Nur ein paar Beispiele:

Im Straßenverkehr ist sich sowie jeder selbst der Nächste. Egal ob 18 Jahre oder 81 Jahre jung, Mann oder Frau, Straßen-Rambos gibt es überall. Bloß keine Lücke im Stau lassen, niemanden aus einer Nebenstraße bei langen Wartezeiten an einer Kreuzung oder Ampel vorlassen, nur nicht ganz kurz vom Gas gehen, damit der Gegenverkehr kurz links abbiegen kann – ist doch egal ob es sich staut auf der anderen Seite. Warum denn auch, Zeit haben wir alle sowieso nicht mehr. Und wenn es doch passiert, dass man eine Nettigkeit ausspielt, so fällt es ebenso schwer sich zu bedanken. Kurz die Hand heben ist ja auch ein No-go. Einen Bus aus der Bustasche heraus lassen – niemals! Lieber schnell auf das Gas treten.

Beim Einkaufen beobachte ich auch gerne die Menschen, Kunden wie Verkäufer. Man sieht schon, wem sein Job Spaß macht und wem nicht. Bedienungen an Käse- oder Wursttheken, an Kassen sämtlicher Einrichtungen, Servicekräften in der Gastronomie – schaut mal genauer hin. Natürlich haben wir Tage, an denen uns alle in Ruhe lassen sollen, keine Frage. Doch bei ständigen Wiederholungen einer unfreundlichen bzw. genervten Person überlege ich mir zwei Mal, wo ich einkaufe oder meinen Kaffee trinken gehe. Im Endeffekt ist es mir aber auch egal, ich quatsche sie trotzdem mit meiner oft fröhlichen Art zu, ohne jedoch dabei übertrieben freundlich zu wirken. Denn dass ist ebenso ätzend.

Beispiele lassen sich viele finden, man erlebt sie Tag ein Tag aus, sicherlich auch Ihr. Nur wo fängt Freundlichkeit an, wenn keiner den ersten Schritt macht? „Warum, die können das ja auch“ oder „Warum ich denn immer“ sind nur zwei Beispiele von Reaktionen, spricht man die Gesellschaft darauf an. So drehen wir uns alle weiter im Kreis und treten vor die Haustür, um uns im von Arroganz gepräten Egoismus-Dschungel zurecht zu finden.

Einfach der Kommunikation unter den Menschen ein kleines Lächeln in der Stimme beifügen und das Leben wäre bunter – für uns alle.

Dies soll natürlich keine Verallgemeinerung sein, es gibt Ausnahmen.

Als nächstes gibt es auch mal etwas Positives zu berichten, ich sollte euch mal meine Frau vorstellen, nicht wahr? 🙂 Doch davon – und anderen Dingen – will ich Euch beim nächsten Mal erzählen.

Veröffentlicht unter 2013, Das Leben, menschen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 2 Kommentare

Türgespräche zum Feierabend – Mein erstes Verhör


Aus der Kategorie „Kurios“ heute Abend vor meiner Haustür.

Text in […] spiegeln meine Gedanken just in dem Moment dar.

Das Auto abgeparkt, schlenderte ich die letzten Meter bis zur Haustür die Strasse entlang. Als ich die Pforte öffnete, bemerkte ich zwei Polizisten vor der Haustür stehen, einer gebückt und lesend an den Türklingeln, der Andere in der gleichen lustigen Haltung auf der Briefkastenseite. Ich näherte mich, doch bemerkt schienen die Jungs mich nicht zu haben. Da sie mir den Weg zur Tür versperrten, blieb ich also stehen und begrüßte Sie mit einem freundlichen „N’am’d!“

Langsam drehten sich beide zu mir um und musterten mich. Ich blieb regungslos stehen. Statt eines Guten Abend oder ähnlichem zurück begann der rechtsstehende Polizist zu sprechen und sagte: „Wohnen Sie hier?“ [Ich hatte einen Haustürschlüssel sichtbar in der Hand und war bereit, in auch in das Schloss einzuführen. Was soll denn die Frage? Mir lag ein „Ne, ich breche ein. Mit Schlüssel“, auf der Zunge.] „Ja“, war dann aber doch meine korrekte Antwort. 10 Sekunden schweigen. Der Eine schaute auf einen Notizblock, der Andere mich an.

„Und wie ist Ihr Name?“ „Müller.“ Der Rechte drehte sich wieder um und schaute auf die Briefkästen, kam wieder hoch und nickte dem Anderen zu. Ich fragte mich was die Geste soll. Meint er ich denke mir jetzt einen Namen aus, der da nicht dran steht? Mir wurde das etwas zu blöd und ich fragte, ob sie denn zu mir wollen. Die Antwort: „Uns ist eine Beschwerde eingegangen, Herr…ähm…Herr…“ [Ja, sich den Namen Müller merken erscheint in der Tat schwierig, gehört er doch wie Meyer, Schröder oder Schmidt zu der Gattung der seltenen und schweren Nachnamen in der Bundesrepublik.] „Müller…“ ergänzte ich ihn. „…eine Beschwerde eingegangen, Herr Müller.“

Wieder schweigen. Beide schauten mich an. Der Lärm der Hauptstraße unterbrach die Stille. Ich wurde stutzig. Dies war der Moment, wo ich die beiden Experten ‚Wum und Wendelin‘ taufte. Ich fragte mich, ob ich nicht lieber die Befragung durchführen sollte. Eine Beschwerde. Worüber? Von wem? Gegen wen, mich? Man weiß es nicht. Also begann ich mein eigenes Verhör.

„Oh“, gab ich mit Verwunderung zu erkennen, „eine Beschwerde? Von wem denn?“ „Die Mieterin möchte nicht genannt werden“, sagte der Linke. Ich dachte schon er wäre stumm. Seine Stimme war tief und rauchig, ich stellte mir vor wie er nach Feierabend mit einem senfbekleckerten Unterhemd und Bierdose im TV-Sessel sitzt. Dies war also Wendelin.

Und Wendelin war nicht sonderlich schlau. In diesem Haus sind acht Mietparteien. Alles Menschen die alleine Leben und davon sind es nur drei Frauen. „Die Mieterin“- wie er sagte, schließt den Kreis der Verdächtigen enorm ein. Aber egal. Langsam fingen die beiden Respektpersonen an, mich zu amüsieren. Viel wichtiger waren aber meine nächsten Fragen: „Aber warum wird sich denn gegen mich beschwert und warum trat man nicht erst an mich heran?“ fragte ich mit einer gespielten Neugier und bezog die Anklage bewusst erstmal auf mich, denn einer Schuld war ich mir nicht bewusst – bin ich doch kaum zu Hause?! Natürlich kam meine erwartete Antwort, dass die Beschwerde nicht gegen mich gehe, sondern gegen Unbekannt. AHA!

Meine nächste Frage beantworteten die beiden Spürhunde gleich mit, ohne dass ich sie stellen musste. In letzter Zeit seien hier vermehrt fremde Personen im Haus beobachtet worden [Ja, äh…ich bekomme auch mal Besuch, und meine Nachbarn sicher auch?!]. Dies zwar viel am Wochenende […bin ich nie da, wie ich es sie etwas später wissen ließ…], aber auch in der Woche. Häufig nachts. [Schlafe ich]. Ich setzte meine Fragestunde fort und wollte wissen, warum sich denn genau beschwert wird. Schließlich können wir im Haus empfangen wen wir wollen.

Diese Personen, wohl mittlerer Altersgruppe [ja…äh…wo fängt die an und wo hört die auf? Ist das definiert bei den Schutzmännern? Bin ich, 31 Jahre jung/alt, aussehend wie fluffige 25, auch in diesem Raster??], wären stets laut, randalieren im Hausflur, klingeln und klopfen nachts an den Türen und benehmen sich unsittlich. […unsittlich. Ja mein Nachbar hat oft seine Freundin zu Besuch und die benehmen sich oft „unsittlich“, hörbar! Aber nicht im Hausflur, dass habe ich schon überprüft. Gott ich hätte Polizist werden sollen! Hätte ich wohl einen Wum oder Wendelin als Partner gehabt? Egal, ich hörte weiter zu.] Weiterhin, so fuhr der rauchige Wachtmeister fort, sei wohl Post aus den Briefkästen gestohlen worden. [TOLL! Warum klaut man mir nicht mal meine Rechnungen?????]

„Haben Sie oder Ihre Freundin etwas bemerkt, Herr…äh, Müller?“ [Ich sollte mich in Blaszczykowski umtaufen, den würde er sich gaaaanz bestimmt merken können…] Was sind das nur für Experten. Sagte ich nicht, hier wohnen acht Personen – in ACHT Wohnungen? „Nein, habe ich nicht. Ich wohne auch ganz oben, bei mir kommt nur einer vorbei, wenn er zum Dachboden will.“ Auf die Freundin ging ich gar nicht ein. Aber Ihr ahnt es sicher schon: „Und Ihre Freundin, hat die was bemerkt?“ ………………..

[Ehrlich…hört ihr nicht zu??? Ich sagte doch, ich wohne ganz oben, da kommt keiner vorbei. Und selbst wenn ich eine Freundin hätte…die würde doch das Gleiche sagen!! Und außerdem, ist Euch vlt. aufgefallen, dass nur EIN Name auf meiner Klingel und auf dem Briefkasten steht? Solltet Ihr nicht lieber nach meiner FRAU fragen, wenn ihr denkt, dass ich schmucke Sahneschnitte in festen Händen wäre????]

Gelassen, mit einem zynischen Lächeln, ich so: „Bin Single.“ [unfuckingfassbar!]

Ich versuchte mittlerweile zu erörtern, ob die beiden für „guter Cop – böser Cop“ geeignet wären. Wohl nicht. Ich blieb bei der Contra-Seite stecken. Wum wollte gerade Luft holen und was sagen – oder war es Wendelin? Ich verlor schon selbst die Übersicht. Aber noch war ich Herr der Lage und kam – ich sage mal Wum, zuvor: „Mir ist nichts aufgefallen. Ich bekomme selten Post, aber meine Rechnungen sind alle da. Ich schlafe auch ziemlich fest, ich habe nichts an meiner Tür gehört, auch Randalespuren, wie Sie sagten, habe ich nicht gesehen.“ Kurzes Schweigen. Meine Chance für die nächste Frage! „Gibt es denn schon Anhaltspunkte?“ (Ich sagte irgendein anderes Wort, aber das will mir nicht mehr einfallen) „Beschreibungen der Personen?“ Gedanklich saß ich am Tisch, die beiden vor mir, ich bei frisch gebrühtem Kaffee, die beiden schwitzend, denn ich bin guter und böser Cop in einem Körperfell. Wendelin antwortete mir mit einem nein. Es sei auch nicht klar, in welchem Stock sich diese Personen aufhalten. Ich kombinierte: Zwei der drei Frauen im Haus wohnen ganz unten. Da dort alle vorbei müssen, wird logischerweise eine der beiden diejenige mit der Beschwerde sein. Die Dame zur rechten ist über 60 Jahre alt, verraucht und wacklig auf den Beinen mit einem kläffenden Köter. Die Dame rechts Mitte 20, denke ich, studiert und ist bald weniger zu Hause als ich selbst.

So, ich habe meinen Fall gelöst und mir war schon mal klar, wer mir hier die beiden Blitzbirnen auf den Hals gehetzt hat. Zum Schluss gab es noch ein bisschen Smalltalk, Augen aufhalten blah bla und mich melden blah blah wenn mir oder meiner Freundin was auffällt blah blah! STOPP! Meiner Freun…???? Ach kommt Jungs, vergesst es. „Ja mache ich“.

Ich beendete das Verhör und entließ die beiden in Ihren wohlverdienten Feierabend! 🙂

(Doch wo sich das Gesindel immer zusammenfindet, bleibt ungeklärt.)

Veröffentlicht unter 2012, Das Leben, Dummheit, Kurioses, Polizei, Verhör | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Zurück die Zweite


Nein, der April kommt nicht mehr, wie im vorletzten Blog angekündigt, und davor, und davor…Ich kann mich ehrlich gesagt auch gar nicht mehr erinnern, was da so los war. Nur, dass es doch sehr – nun – exessiv war. Danke Di Ana! 🙂

Ich kann ehrlich gesagt gar nicht sagen, warum der Blog im Juni eingeschlafen ist. Denn Zeit findet man eigentlich immer. Oder wollte ich nichts mehr sagen? Man weiß es nicht. Wie dem auch sei, die Resonanz war ja stets positiv und auch viel, wie mir die Statistik auch zeigt. Von daher, starten wir das Ganze wieder, oder?

Passiert ist natürlich viel in den letzten Sommermonaten. Ja, ein bisschen Sommer hatten wir dann doch, ich mache das mal an den Tagen fest, an denen ich „kurzhosig“ unterwegs war und das waren dann doch einige. Beruflich wie privat passierte einiges, ein paar Sachen werde ich im Laufe der nächsten Blogs erwähnen, andere nicht.

Neue Freunde kamen, angebliche jahrelange „Freunde“ gingen. Wie das Leben halt so spielt.

Es wird nun auch immer am Ende des Blogs ein Spruch stehen. Dinge, die ich gelesen habe, selbst erdacht, zitiert oder inspiriert. Sachen, die im Kopf schwirren, aber nicht immer was mit aktuellen Geschehnissen zu tun haben. Ihr kennt das. Heute:

„Ich sage dir nur die Wahrheit. Nicht, dass sie dir auch gefällt.“

Starten wir beim nächsten Mal mit dem Airbeat-One Festival in Neustadt-Glewe, vielen Geburtstagen, meinem iPhone!!! (jaaa ich bin bekehrt worden) und neuen Freunden.

Doch davon – und anderen Dingen – will ich Euch beim nächsten Mal erzählen.

„Zurück die Zweite“

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